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Sechs Wochen nachhaltiges Hundefasten: das Fazit

Ostern steht vor der Tür, und somit ist unsere Nachhaltigkeits-Fastenzeit „von Aschermittwoch bis Gründonnerstag“ auch schon wieder vorbei.
Bleibt mir also nur, im Rahmen eines kleinen Fazits die vergangenen sechs Wochen noch einmal Revue passieren zu lassen.

Unsere rasante Reise durch die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit, die im Zusammenleben mit Hund relevant sind, hat uns von Fertigfutter über Fleisch über Müll über Konsumverhalten über Vorurteile bis hin zu Stress und Achtsamkeit geführt.

Ein riesiger Rundumschlag, und dennoch nicht mehr als ein kurzer Abriss eines extrem komplexen Themas.

Selbstverständlich war es im knappen Zeitfenster von jeweils einer Woche nicht möglich, jedes Thema detailliert und in all seinen Facetten zu beleuchten.
Doch dies war auch nicht das Ziel des Ganzen; mir ging es vielmehr um eine erste Annäherung an die Themen und um ein Aufzeigen der vielen kleinen Stellschräubchen, mit deren Hilfe wir unser (Hunde-)Leben etwas nachhaltiger gestalten können.

Mit diesen vielen kleinen Stellschräubchen möchte ich mich hier bei HundSinn in Zukunft noch detaillierter auseinander setzen und Dir dadurch vielfältige Tipps und Inspirationen liefern, die Du vielleicht auch in Deinen eigenen Alltag übertragen kannst.

Mir ganz persönlich liegt die Ernährungsfrage sehr am Herzen, weil die industrielle Fleischproduktion eben nun einmal so ein immenser Klima- und Gesundheitskiller ist.
Zu diesem Punkt gibt es bereits einige gute Ansätze (von denen noch gar nicht mal alle das böse „V-Wort“ beinhalten!), darüber bin ich sehr dankbar und die möchte ich weiter verfolgen.

Das Thema Plastik hängt für mich wiederum untrennbar mit der Ernährung zusammen: Mikroplastik befindet sich nicht nur im Meer, sondern auch in den Böden um uns herum.
Im Plastik enthaltene Schadstoffe werden in der Nahrungskette von Organismus zu Organismus weitergereicht (Stichwort: Bioakkumulation) und landen unausweichlich auch in Mensch und Hund – die langfristigen Auswirkungen lassen sich bislang nur schwer abschätzen.

Und auch das Zusammenleben mit meinen Hunden in unserem ganz eigenen, kleinen Mikrokosmos soll möglichst nachhaltig (für uns ganz persönlich) sein: menschen- und hundegerecht, frei von Vorurteilen und Stress, geprägt von Respekt und Achtsamkeit, voller Wertschätzung für das Leben.

Unsere Zivilisation entwickelt sich in einem derart rasanten Tempo weiter, dass es uns als (menschliches) Individuum oft gar nicht möglich ist, damit überhaupt noch Schritt zu halten.
Aber müssen wir das denn überhaupt?
Was bringt es uns – erfüllt es uns, macht es uns glücklich?

Die Frage kann ich für mich (und meine Hunde) mit einem klaren Nein beantworten. Es stresst uns. Es setzt uns unter Druck. Es macht das Leben zu einem schnell vorbeirauschenden Film, in dem wir kaum eine Wendung noch selbst in der Hand haben.

Doch auch unser Wunsch danach, die Welt zu verbessern, kann uns stressen und unter Druck setzen – wenn wir uns zu sehr in das Thema verbeißen!

Das ist meiner Meinung nach auch die große Gefahr, in die man sich begibt, sobald man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen beginnt.
Es ist ein bisschen so, als würde man in eine Achterbahn einsteigen, die im Dunkeln fährt.

Vielleicht hat man eine grobe Vorstellung von dem, was einen erwarten könnte.
Während der Fahrt gibt es ab und an einen kleinen Lichtblick, der am Wegesrand Dinge und vielleicht auch ein Stück des weiteren Streckenverlaufs erkennen lässt.
Doch meist weiß man nicht, ob es gleich aufwärts, abwärts oder in einen Looping geht, ob die Fahrt schneller oder langsamer wird – und man weiß auch nicht, wann sie zu Ende sein wird.
Vielleicht rauscht die Bahn ja auch einfach noch einmal am Start vorbei und alles beginnt wieder von vorne?

So fühlt sich für mich auch das Thema Nachhaltigkeit an.

Hat man einmal begonnen, sich damit zu beschäftigen, weiß man bald gar nicht mehr:
„Wo fange ich an, wo höre ich auf?“ – Gerade die sensibleren Gemüter unter uns dürften damit schnell an den Rand der Überforderung kommen – und ich schließe mich da mit ein.

Die wohlwollenden Gedanken fangen an, Achterbahn zu fahren – die Spirale könnte in etwa so aussehen:

  • … Fleisch ist so schlecht fürs Klima, aber mein Hund frisst nichts anderes / veganes Futter kommt mir nicht in den Napf / Eier und Milchprodukte sind doch auch nicht besser!
  • … mein Trockenfutter gibt es nur im Plastikbeutel, aber es ist eben das einzige, was mein Hund verträgt!
  • … ich habe einfach nicht die Zeit, jeden Tag selber zu kochen, ich muss auf Dosenfutter zurückgreifen!
  • … ich würde ja so gerne unverpackt kaufen, aber das ist bei mir in der Nähe einfach nicht möglich – und wenn ich online bestelle, ist das dann überhaupt noch gut fürs Klima?
  • … wenn ich die Sachen schon verpackt kaufe, dann muss die Verpackung zumindest plastikfrei sein!
  • … ich würde mich ja eigentlich total gerne an Müllsammel-Aktionen beteiligen, aber mir fehlt die Zeit / auf dem Spaziergang muss ich mich zu hundert Prozent auf meine(n) Hund(e) konzentrieren / eigentlich ist es bei mir in der Gegend schon ziemlich sauber.
  • … oh Mist, unser Plastikspielzeug ist schlecht für den Planeten und auch noch ungesund für meinen Hund!
  • … muss ich jetzt alle Sachen wegwerfen und wieder neu kaufen, so dass ich nur noch „gute“, ökologische Materialien habe, oder sollte ich sie vielleicht doch erst einmal weiterverwenden?
  • … muss ich denn wirklich alles selbst herstellen, oder darf ich vielleicht doch ab und zu noch etwas kaufen?

Und so weiter, und so fort.

Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema kann vor allem zu einem führen: STRESS.

Denn uns packt das schlechte Gewissen, dass wir nicht allen Ansprüchen an ein nachhaltiges Leben gleichermaßen gerecht werden können.

Ja, wenn es um die Zukunft unseres Planeten geht, werden in der Tat oftmals Horrorszenarien an imaginäre Wände gemalt, das kann einem schon mal Angst machen und einen auch ganz schön unter Druck setzen.

Aber das ist auch gut so – denn nur mit Hilfe dieser Horrorszenarien ist es überhaupt möglich, die breite Masse darauf aufmerksam zu machen, dass dringend etwas passieren muss!

5 VOR 12 IST LÄNGST VORBEI!

Natürlich treibt einen da schnell die Sorge um, dass wir den fortschreitenden Verfall der Umwelt um uns herum nur aufhalten können, wenn wir ab sofort unser Leben radikal umstellen.

Und dann kommt da der Gedanke:

„Ach, das bringt doch alles sowieso nichts, was kann ich denn schon groß ausrichten? Selbst wenn ich mein Leben komplett umkrempele – so lange die Anderen das nicht auch tun, passiert doch sowieso nichts!“

Was aber, wenn „die Anderen“ womöglich genau so denken?
Wenn alle einfach nur den Kopf in den Sand stecken und abwarten, wie lange Mutter Erde unserem Verhalten noch Stand halten kann?
Richtig: dann kann und wird sich auch wirklich nichts ändern.

Aber wenn jeder von uns an den Stellschrauben dreht, an denen es ihm gerade möglich ist, dann können sich Dinge ändern.

Nicht jedem von uns wird es möglich sein, ALLES umzusetzen, und der eine oder andere Punkt wird uns ganz sicher auch ein Stück weit aus unserer Komfortzone heraus führen oder uns dazu nötigen, mit alten Gewohnheiten zu brechen.

Und: das ist auch nicht schlimm!

Niemand sollte sich selbst übermäßig unter Druck setzen – das erzeugt bloß Stress, und der wiederum blockiert uns in unserem Handeln (noch dazu ist er außerdem für unser ganz persönliches Fortbestehen überhaupt nicht nachhaltig).

Aber wenn jeder von uns einen kleinen Schritt geht und wo immer möglich seinen kleinen Beitrag leistet – dann sind das schon sehr viele kleine Schritte in die richtige Richtung.

Sehr viele mehr übrigens, als man mit einem im Sand steckenden Kopf zu gehen in der Lage ist!

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