Fleisch-Fasten

Den holprigen Einstieg in die Hunde-Nachhaltigkeits-Fastenzeit haben wir überstanden – weiter geht es mit Woche 2!

Nachdem wir uns mit ein paar frischen Extra-Zutaten zunächst ganz seicht eingegroovt haben, wird es in dieser zweiten Woche etwas unangenehmer, wir gehen „ans Eingemachte“ – an ein in der Hundewelt besonders kontrovers diskutiertes Thema: das Fleisch.

Unser Motto für Woche #2 heißt: FLEISCH-FASTEN!

Die Aufgabe:

Lege in dieser Woche mindestens einen
Veggie-Tag ein!
(Ei & Milchprodukte
sind erlaubt)

Die meisten Vegetarier oder Veganer, die man nach ihrem „Warum“ fragt, werden vermutlich als Antwort ethische und/oder gesundheitliche und/oder ökologische Aspekte anführen. Und für diese Antwort ernten sie vermutlich ein wohlwollendes Nicken oder einen respektvollen Blick.

Ein Mensch, der seinen Hund (vielleicht auch bloß ab und an) fleischlos füttert und auf die diesbezügliche Warum-Frage dieselben Argumente anbringt, dem wird oftmals bloß ein abschätziger Blick oder ein verständnisloses Kopfschütteln zuteil; es entbrennt daraus eine Diskussion und diverse Gemüter erhitzen sich.

Es werden die immer gleichen Gegenargumente wieder und wieder aufgewärmt:
  • Der Hund stammt vom Wolf ab, also muss er auch wie einer ernährt werden!
    (Nach ca. +/- 15.000 Jahren Domestikation? Also genau so, wie wir auch immer noch Wurzeln, Beeren und Kräuter sammeln und ab und zu mal ein Mammut jagen?)
  •  
  • Einen Hund fleischfrei zu füttern ist nicht artgerecht und ein Fall für den Tierschutz!
    (Okay, das versuche ich dann auch mal meinen Hunden zu erklären, wenn die mit dem treudoofsten Hundeblick aller Zeiten das nächste Mal meine nachmittägliche Büro-Möhre oder ein Stück Brot abstauben wollen.)

Allerdings soll es hier ja vorrangig um Nachhaltigkeit gehen und nicht um die Frage nach dem ultimativen Ernährungskonzept (welches sowieso von Individuum zu Individuum variiert!).

Eine interessante Notiz für alle „eingefleischten“ Fleisch-Fütterer allerdings noch am Rande:
Selbst das klassische BARF-Konzept nach Swanie Simon empfiehlt mindestens einen, besser sogar zwei fleischfreie Tage in der Woche.

Einigen wir uns nun also erst einmal darauf, dass weder Obst noch Gemüse noch Kohlenhydrate unseren Hund umbringen (spezielle Allergiker oder Krankheitsfälle mal ausgenommen) – und schauen uns in dieser Woche einmal an, was wir unserem Planeten mit der übermäßigen Produktion von Fleisch in der Intensivtierhaltung zumuten und was die Hundehaltung eigentlich so mit unserer ganz persönlichen Ökobilanz veranstaltet.

Die Aufgabe für Fastenwoche Nummer zwei lautet daher:
Lege in dieser Woche mindestens einen Veggie-Tag ein!

Wer Angst hat, seinem Hund mit ein bisschen veganer Ernährung zu schaden oder wer einen totalen Gemüseverweigerer zu Hause hat, der darf zur Vereinfachung auch gerne Eier und Milchprodukte mitfüttern.

Denn, wir erinnern uns: jeder kleine Schritt zählt!

Fleischverzicht fürs Klima?

„Die Fleisch-, Milch- und Eierproduktion gehören zu den Hauptursachen des vom Menschen verursachten Klimawandels, der Bodenerosion, der Wasserverschmutzung und des Rückgangs der biologischen Vielfalt.
Nach Angaben der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) sind sogenannte Nutztiere für 14,5 % der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Echt jetzt, wir sollen also dem Klima zuliebe unseren Fleischkonsum reduzieren?
Und wieso, etwa weil die Kühe zu viel pupsen, wie ja fast jedes Kind inzwischen weiß?

Ja, genau! Und nicht nur deswegen.
Sondern auch, weil unfassbar viel landwirtschaftliche Anbaufläche allein für die Produktion von Tierfutter verschwendet wird. Denken wir doch nur mal an die Regenwälder in Südamerika, die zugunsten von Monokulturen mit Mais oder Soja (als Viehfutter wohlgemerkt, nicht für die tofufressenden Veganer, wie gemeinhin gerne angenommen) ihren Platz räumen mussten.
Die Fleischproduktion verschlingt Unmengen von Ressourcen – Wasser, Energie, Fläche… – bevor überhaupt auch nur der Ansatz von einem Steak auf unserem Teller landen kann.

Bestes Beispiel dafür, warum eine Fleischreduktion ernsthaft in Erwägung gezogen werden sollte:
Insbesondere der sukzessive voranschreitende Verlust des Amazonas-Regenwaldes stellt eine Bedrohung für das weltweite Klima dar, vom Verlust der weltweit einzigartigen Biodiversität dort einmal ganz abgesehen.

„Die Regenwälder binden zwölf Prozent des Süßwassers auf der Erde und bieten zehn Prozent aller auf der Welt lebenden Arten eine Heimat – eine Artenvielfalt, die den Menschen immer mehr als Quelle medizinischer Wirkstoffe und technischer Entwicklung (Bionik) dient.

Darüber hinaus vermuten internationale Experten, dass Amazonien eine Schlüsselrolle für das Weltklima einnimmt: Allein durch seinen immensen Wasserhaushalt hat das größte Regenwaldgebiet der Welt einen enormen Einfluss auf die Erdatmosphäre.“

Quelle: WWF
https://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/amazonien/zustand-und-bedeutung/

Los geht's!

Also, wie sieht es bei Dir aus: bist du bereit für einen Veggie-Tag für Deinen Hund (und vielleicht sogar für dich selbst)?

Lass uns an Deinen Erfahrungen mit einer fleischfreien Fütterung teilhaben – entweder hier im Kommentar, oder auf Facebook/Instagram: #fleischfasten.
Benutze außerdem gerne die Hashtags #hundsinn und #hundefasten oder markiere uns in Deinen Beiträgen, damit wir Dich finden können.

FASTEN-THEMA VERPASST?

Hier findest Du noch mal alle (bisherigen) Themen unserer Hundefasten-Challenge auf einen Blick:

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