Müll-Fasten

Nachdem sich die ersten beiden Fasten-Wochen mit der Nachhaltigkeits-Problematik rund um die Hundeernährung befasst haben, wollen wir in Woche #3 etwas mehr ins Außen gehen und uns anschauen, was rund um das Individuum „Hund“ herum sonst noch so passiert.

Hunde leben nicht im luftleeren Raum – sie müssen fressen, Geschäfte erledigen, Gassi gehen usw. All das hinterlässt ebenfalls (sichtbare) Spuren in unserer Umwelt.

Unser Motto für Woche #3 heißt: MÜLL-FASTEN!

Die Aufgabe:

Dokumentiere in dieser Wochen den Müll, den Dein Hund verursacht!

Ohne Zweifel: wer einen Hund hält, der produziert Tag für Tag mehr Müll als er es ohne diesen täte.

Was fällt im Hundeleben beispielsweise an?
  • Hundekot nebst dazugehörigen Beuteln
  • Verpackungen für Futter: Weißblechdosen und Aluschälchen, Futtersäcke (aus Plastik oder Papier), Folienverpackungen für Frischfleisch und ggf. auch verpacktes Gemüse, Plastikbeutel für Leckerchen, Kunststoffdosen und Fläschchen für Futterzusätze, Kunststoff- oder Aluminiumtuben für Futterpasten u.v.m.
  • Ausgedientes Zubehör (z.B. kaputtes Spielzeug, verschlissene Decken und Hundebetten, zerkaute Leinen & Geschirre, …)
  • bei eventuellem besonderem Pflegebedarf (Welpe/läufige Hündin/Senior) Hygienematerialien wie Saugunterlagen und Windeln bzw. Schutzhöschen

Die Wochenchallenge

Schau Dir in dieser Woche also einmal etwas genauer an, welcher Teil Deines Hausmülls durch Deinen Hund verursacht wird und hinterfrage, an welchen Stellen Du ihn vielleicht hättest vermeiden können.
Vielleicht hast Du die Leckerchen in den 100g-Beutelchen ja nur aus Bequemlichkeit gekauft?
Bei welchen Produkten kannst Du eventuell auf plastikfreie Alternativen – z.B. Papierverpackung – ausweichen?
Gibt es vielleicht ein Futtergeschäft in Deiner Nähe, welches auch lose Kauartikel anbietet?

Teile gerne Deinen Hunde-Müll mit uns – entweder hier im Kommentar, oder auf Facebook/Instagram: #müllfasten.
Benutze außerdem gerne die Hashtags #hundsinn und #hundefasten oder markiere uns in Deinen Beiträgen, damit wir Dich finden können.

Richtlinien für die Müllentsorgung: die Abfallpyramide

Eine 5-stufige Abfallhierachie haben die EU-Staaten 2008 in der EU-Abfallrahmenrichtlinie festgelegt:

Artikel 4
Abfallhierarchie

(1)   Folgende Abfallhierarchie liegt den Rechtsvorschriften und politischen Maßnahmen im Bereich der Abfallvermeidung und -bewirtschaftung als Prioritätenfolge zugrunde:

a) Vermeidung
b) Vorbereitung zur Wiederverwendung,
c) Recycling
d) sonstige Verwertung, z.B. energetische Verwertung,
e) Beseitigung.

Für unseren „Hausgebrauch“ sind wohl die ersten beiden Punkte am ehesten relevant:

VERMEIDUNG
Abfall, der gar nicht erst entsteht, kommt auch nicht in die Verlegenheit, beseitigt zu werden! Das bedeutet im Umkehrschluss, möglichst verpackungsfrei bzw. -arm einzukaufen.

WIEDERVERWENDUNG
Viele Dinge lassen sich einmalig bis mehrmals wiederverwenden, bevor sie auf dem Müll landen: Tüten, Gläser & Flaschen, verschiedene Verpackungsmaterialien…

Alles, was danach passiert, liegt außerhalb unserer Reichweite und entzieht sich unserer Einflussnahme:

RECYCLING
– passiert auf der Mülldeponie, nachdem der Müll über die Tonne unseren Haushalt verlassen hat

SONSTIGE VERWERTUNG
– beinhaltet z.B. Verbrennung von nicht recyclingfähigen Materialien zur Gewinnung von Fernwärme

BESEITIGUNG
– betrifft all jenen Müll, der in keiner anderen Form weiterverarbeitet werden kann: „Rest“müll.

Möglichkeiten, um unnötigen (Hunde-)Müll zu vermeiden:
  • Fleisch direkt beim Metzger kaufen und dort in eigene, mitgebrachte Behälter verpacken lassen
  • Gemüse und sonstige Lebensmittel/Futtermittel möglichst lose kaufen
  • Papierverpackungen gegenüber Plastik bevorzugen
  • Leckerchen selber backen statt verpackt kaufen (da weiß man dann auch gleich, was wirklich drin ist!)
  • Plastikfreies Spielzeug verwenden, das möglichst biologisch abbaubar ist
  • Verwendung von Zubehör & Betten möglichst aus Naturmaterialien, die sich nach Gebrauch wieder zersetzen können
  • Upcycling (selber machen oder auf entsprechende Produkte zurückgreifen)

Beim Thema Kotbeutel ist es leider nicht ganz so einfach, das ist ein eigenes Fachgebiet für sich allein – daraus kann man eine richtige Wissenschaft machen!
Neben den „herkömmlichen“ Beuteln gibt es inzwischen solche aus recyceltem Kunststoff – und dann noch weitere „Bio“-Varianten. Wobei sich das „Bio“ entweder auf die Art der Herstellung oder auf die Möglichkeit der Entsorgung beziehen kann. Hier muss man für sich schauen, welche Variante dem eigenen Bedarf und Entsorgungsverhalten am ehesten entgegen kommt.
Kottüten beispielsweise, die im Restmüll landen, werden i.d.R. verbrannt und müssen daher nicht zwingend kompostierbar sein.
Neu auf dem Markt gibt es nun auch kleine gefaltete Kartons aus recyceltem Papier, die zu 100% kompostierbar sind – gut geeignet z.B., wenn man einen Misthaufen hat, der nicht zur Herstellung von Kompost für die Gemüsebeete genutzt wird.
Und manch einer wird sicherlich auch einfach auf die benutzte Butterbrottüte (Stichwort: Wiederverwendung) oder eine alte Zeitung zur Entsorgung zurück greifen.

Für eine ganzheitlich nachhaltige Lebensführung und einen schonenden Umgang mit Ressourcen ist es unumgänglich, auch in der Hundehaltung Müll weitestgehend zur reduzieren und ihn an den Stellen, wo er unvermeidlich anfällt, möglichst fachgerecht zu ensorgen bzw. wieder dem Wertstoffkreislauf zuzuführen.

WOCHE #3 - NOCH MEHR HINGERGRÜNDE

25. März 2019

„Ach, das bisschen Plastik!
Ist doch kein Problem: Ich werfe es in die gelbe Tonne, dann wird es recycelt. Und mein Gewissen ist rein.“

Oder vielleicht doch nicht?

Was passiert eigentlich mit so einem 5-Kilo-Futtersack, nachdem unsere Fellnase ihn leer gefressen hat?
Oder mit den Leckerchentütchen, den Vakuumverpackungen vom Fleisch, den Folienverpackungen vom Gemüse und und und…?

FASTEN-THEMA VERPASST?

Hier findest Du noch mal alle (bisherigen) Themen unserer Hundefasten-Challenge auf einen Blick:

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