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NACHHALTIGKEITS-TIPP: Fleischfrei belohnen

Es muss nicht immer gleich eine Futterumstellung sein – der hündische Fleischkonsum lässt sich auch mit anderen Mitteln reduzieren!

Wenn Du den ökologischen Pfotenabdruck Deines Hundes verringern, gleichzeitig aber nicht den Fleischanteil in der Futterration verändern möchtest, dann kann Dir vielleicht dieser Nachhaltigkeitstipp weiterhelfen.

Schließlich erhalten unsere Vierbeiner neben ihrem Hauptfutter oftmals auch noch eine ganze Reihe an Leckereien zur Belohnung – sei es im Training, zur Beschäftigung oder „einfach nur so“ zwischendurch. 

Und gerade in diesem Bereich sind Hund, Hundemensch und Planet Erde auch mit fleischfreien Lösungen sehr gut bedient!

Denn bei einer Belohnung kommt es weniger auf den korrekten Nährstoffgehalt an, sondern vielmehr auf die Akzeptanz und die Wertigkeit als „Bezahlung“. Und tatsächlich gibt es viele fleischfreie (und entsprechend nachhaltigere) Belohnungsalternativen, die beim Hund so gut ankommen, dass sie sogar als Jackpot-Belohnung für ganz besonders herausragende Leistungen eingesetzt werden können!

Probier doch einfach einmal aus, welche der folgenden Alternativen Deinem Hund gut schmecken.

Alternative 1: Insektenprotein

Snacks auf Basis von Insektenprotein kommen solchen mit Fleisch von der Zusammensetzung her vermutlich am nächsten. Das enthaltene tierische Protein besitzt im Hinblick auf das Aminosäureprofil eine ähnliche biologische Wertigkeit wie das im Fleisch – allerdings mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass es sich weitaus ressourcenschonender und vor allem tierleidfrei produzieren lässt. 

Der Markt für Leckerchen mit Insektenprotein wächst stetig, sodass man inzwischen aus einem breit gefächerten Angebot wählen kann: es gibt z.B. luftig-leichte Pops*, softe Belohnungshappen* oder auch Kekse*. Wer es lieber pur mag, kann sogar auf ganze getrocknete Insektenlarven zurückgreifen – eine nachhaltige Alternative zum Trockenfleisch, sozusagen…

Alternative 2: vegetarisch

In dieser Kategorie finden wir einen der Klassiker unter den Super-Belohnungen: Käse! Man zeige mir bitte einen Hund, der für Käse nicht (beinahe) alles tun würde – mir ist nämlich bislang noch keiner begegnet. Käsewürfel sind nicht nur Jackpot-tauglich, sondern auch relativ einfach in der Handhabung. Bis auf mögliche Fettflecken… die sich allerdings vermeiden lassen, indem man den Käse in einer kleinen Dose oder in einem abwaschbaren Futterbeutel aufbewahrt. 

Wer lieber mit Futtertube oder Schleckerchen belohnt, wird im vegetarischen Bereich ebenfalls sehr gut fündig: Joghurt, Quark, Hüttenkäse… alles Dinge, die Hunde lieben! Und man kann ihnen nach Wahl (und natürlich nach Hunde-Geschmack) auch noch etwas püriertes Obst oder Gemüse unterjubeln – für die kleine Extraportion Vitamine zwischendurch. 

Solltest Du gerne backen, kannst Du Deinem Hund auch vegetarische Hundekekse zaubern! Der große Vorteil von diesen: hier bestimmst ganz allein Du, was hinein kommt und was nicht. 

Alternative 3: vegan

Der Begriff „vegan“ hat im Zusammenhang mit Hundeernährung aktuell ja leider (meine persönliche Meinung) noch immer einen eher negativen Ruf. Ich finde das recht unverständlich, wenn man einmal bedenkt, dass z.B. Brot und (die meisten) Nudeln vegan sind – also Grundnahrungsmittel, die beim Hund meist sehr gut ankommen und auch von vielen Hundemenschen gerne an ihre Vierbeiner verfüttert werden.

Liebe*r zweifelnde*r Hundehalter*in, bitte stelle Deine womöglich bestehenden (Vor-)Urteile gegenüber veganen Lebensmitteln für den Hund einmal kurz hintenan, verabschiede Dich vom Schwarzweißdenken und öffne Dich für die große Bandbreite an pflanzenbasierten Belohnungen für Deinen Hund!

Neben den bereits erwähnten Nudeln und dem Brot (altes, hart gewordenes Brot, in kleine Würfel geschnitten, eignet sich z.B. hervorragend) steht im Bereich der veganen Belohnungen insbesondere geräucherter Tofu hoch im Kurs.

Aber auch klein geschnittene Karotten oder andere Rohkost eignen sich (sofern der Hund so etwas mag), außerdem natürlich auch selbst gebackene oder fertig gekaufte Kekse und softe Leckerchen – das Angebot ist riesig, zumal viele handelsübliche Hundekeks-Sorten vegan sind, ohne das an die große Glocke zu hängen.

Für die Schlecker unter den Vierbeinern können Smoothies (nach Geschmack und Saison), veganer Joghurt oder auch gekochtes und püriertes Gemüse zum Einsatz kommen.

Selbst vegane Kauartikel sind heutzutage in so ziemlich jedem Zoofachgeschäft erhältlich – es gibt sie als diverse Arten von Kaustangen und Zahnpflege-Sticks, als geknotete Knochen und gepresste Figuren; und auch Kauhölzer und -wurzeln sind natürlich als vegan einzustufen.

Klimabilanz der Futterbelohnungen

Wie stark sich die Auswahl der Futterbelohnung auf den ökologischen Pfotenabdruck auswirkt, kannst Du dieser Tabelle entnehmen:

Teste doch einfach einmal, ob eine dieser nachhaltigen Alternativen auch etwas für Deinen Hund sein könnte und finde heraus, wie Du durch die Auswahl der richtigen Leckerchen seinen ökologischen Pfotenabdruck beeinflussen kannst!

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2 Kommentare

  • Paula Hornauer

    Hallöchen!

    Ich muss ja sagen, dass ich Lotti niemals vegan ernähren würde und auch als Leckerli gibt es bei uns Fleisch. Das sind allerdings, ganz nachhaltig, Reste. Freunde kochen regelmäßig Rinderbeinscheibe aus für Hochzeitssuppe, da bekomme ich dann immer das Fleisch. Das ist innerhalb weniger Stunden fertig gedörrt! Irgendwie bekomme ich eh ständig Reste geschenkt 😀 Entweder von Jägern, die die Innereien sonst wegschmeißen würden, oder Fleisch was überlagert wurde… Alles Sachen, die Lotti super lecker findet.
    Mit Karotten, Gurke und co. kann man die Maus nämlich jagen und Käse habe ich auch nie im Haus. Für uns ist das so ein guter Kompromiss!

    Liebe Grüße,
    Paula

    • HundSinn

      Hey Paula,
      das klingt nach einem tollen Weg, den ihr da für euch gefunden habt! Reste sind natürlich eine mega nachhaltige Alternative, vor allem, wenn sie sonst in der Tonne landen würden 🙂 So viel Glück hat ja aber leider nun mal nicht jeder, und dann werden eben doch gerne die Trockenfleisch-Belohnungen aus dem Zoofachhandel um die Ecke gekauft. Und ob die dann vom Bauern aus der Nachbarschaft kommen oder aus China (mit jeder Menge Schadstoffen im Gepäck), kann man denen meist nicht mehr ansehen…
      Da ist es mir persönlich lieber, auch einmal mit alternativen Belohnungen zu experimentieren und herauszufinden, was den Hunden schmeckt und was nicht. Zugegeben, ich habe es mit den allesfressenden Spaniern allerdings auch wirklich leicht, aber die Geschmäcker sind da wirklich sehr verschieden 😉 meine alte Hündin z.B. hätte jegliche Art von Grünzeug auch weder eines Blickes gewürdigt noch angerührt… aber für Joghurt und Käse war sie immer zu haben.

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