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Rezept: Hüttenkäse – die plastikfreie Alternative

Körniger Frischkäse ist ein hochwertiger Proteinlieferant, jedoch im Handel nur im Plastikbecher erhältlich. Daher möchte ich Dir mit diesem Rezept zeigen, wie Du ihn mit wenig Aufwand selber machen kannst – plastikfrei, versteht sich!

Meine Hunde lieben dieses weiße Zeug: den körnigen Frischkäse, der landläufig auch als Hüttenkäse bezeichnet wird.
Bei uns landet er regelmäßig im Napf, als fleischfreie Proteinquelle weiß ich ihn sehr zu schätzen und den Hunden schmeckt’s. Mal peppe ich damit das eingeweichte Insekten-Trockenfutter* auf, mal gibt es ihn als selbst zubereitetes Frischfutter z.B. mit Haferflocken und Gemüse bzw. Obst. Die Klimabilanz von selbstgemachtem körnigem Frischkäse ist auch ganz okay, zumindest im Vergleich zu manchen Fleischsorten (insbesondere Rind) – gegen Eier oder Tofu schneidet er in Sachen Treibhausgasemissionen dagegen schlechter ab.


CO2-Bilanz verschiedener Lebensmittel im Vergleich – hier der selbstgemachte Hüttenkäse (also 1 Liter Milch + 1 Zitrone) im Vergleich mit Rindfleisch, Ei und Tofu.

Was mich an diesem Lebens- bzw. Futtermittel allerdings immer nervt, ist der Plastikbecher, in dem es sich befindet. Im Glas habe ich Hüttenkäse bisher noch nicht finden können (falls jemand hierzu einen Tipp hat, dann gerne immer her damit!) – selbst die Bio-Variante gibt es nur im plastikreduzierten, mit Pappe verstärkten Becher.
Im Selbstversuch habe ich mich also der Herausforderung gestellt, unseren geliebten Hüttenkäse plastikfrei selbst herzustellen. Und siehe da – der Aufwand hält sich wirklich in Grenzen!

Um ca. 200g Käse herzustellen, brauchst Du einen Liter Milch und eine Zitrone. Als „Handwerkszeug“ benötigst Du außerdem noch einen Topf, einen Schneebesen oder Kochlöffel, ein Sieb und ein sauberes Baumwolltuch.

HÜTTENKÄSE (PLASTIKFREI!)

Zutaten
 1 l Milch (Bio-Milch in der Glas-Pfandflasche)
 1 Bio-Zitrone
optional
 etwas Salz, nach Geschmack
Kochutensilien
  Zitruspresse oder kleines Gefäß (Müslischüssel, Tasse o.ä.)
 ausreichend großer Kochtopf
 Schneebesen oder Kochlöffel
 Schüssel oder anderen Behälter zum Auffangen der Molke
 feinmaschiges Sieb
 sauberes Baumwolltuch (Mulltuch, Küchentuch, Nussmilchbeutel...)
 Schüssel mit kaltem Wasser

Vorbereitung
1

Presse den Saft aus der Zitrone - entweder mithilfe einer Zitruspresse oder (falls nicht vorhanden) von Hand - und stelle ihn für später zur Seite.
Die ausgepresste Zitronenschale musst Du übrigens nicht unbedingt wegwerfen, Du kannst sie auch noch weiterverwenden, z.B. für ein selbstgemachtes Putzmittel!

Bereite auch schon einmal die Utensilien für das Abgießen vor: stelle das Sieb auf den Behälter, in dem Du später die Molke auffangen möchtest und lege das saubere Baumwolltuch hinein.
Fülle außerdem eine Schüssel mit kaltem Wasser und stelle alles beiseite.

Fülle nun die Milch in den Kochtopf und stelle diesen auf den Herd.

Zubereitung
2

Erhitze nun die Milch unter ständigem Rühren so lange, bis sie kurz aufkocht (sie sollte allerdings nicht überkochen!).
Je nachdem, wie kalt die Milch vorher war, kann das eine Weile dauern... lass den Topf aber trotzdem bitte nicht aus den Augen.

3

Nimm den Topf vom Herd, sobald die Milch aufkocht.

Und jetzt wird es spannend...
Gieße langsam unter ständigem Rühren den Zitronensaft in die heiße Milch. Die Milch gerinnt nun, d.h. die festen Bestandteile (aus denen unser zukünftiger Käse besteht) trennen sich von der flüssigen Molke.

4

Stelle den Topf nun zurück auf die heiße Herdplatte und lasse alles bei niedriger Hitze - ohne zu Rühren! - noch ca. 5 Minuten lang weiter vor sich hin köcheln. Schalte nun den Herd aus und lasse den Topf für weitere 10 Minuten ruhen.

5

Jetzt ist Dein Hüttenkäse so weit fertig, dass Du vorsichtig den Inhalt des Topfes durch das Sieb abgießen kannst.
Drücke mithilfe des Tuches den Käse vorsichtig aus (Achtung, heiß!) und tauche das Ganze zum Abschrecken bzw. Waschen in die Schüssel mit dem kalten Wasser.

Anschließend kannst Du noch die restliche Flüssigkeit aus dem Käse herauspressen - je mehr du presst, umso fester wird der Käse.

6

Fülle nun den fertigen Hüttenkäse aus dem Tuch in eine Schüssel um und zerdrücke ihn mit einem Löffel vorsichtig in seine körnigen Bestandteile.

Je nach Geschmack kannst Du auch noch ein wenig Salz, Kräuter und ggf. für etwas mehr Cremigkeit auch noch Joghurt, Quark oder saure Sahne untermischen.


Zutaten

Zutaten
 1 l Milch (Bio-Milch in der Glas-Pfandflasche)
 1 Bio-Zitrone
optional
 etwas Salz, nach Geschmack
Kochutensilien
  Zitruspresse oder kleines Gefäß (Müslischüssel, Tasse o.ä.)
 ausreichend großer Kochtopf
 Schneebesen oder Kochlöffel
 Schüssel oder anderen Behälter zum Auffangen der Molke
 feinmaschiges Sieb
 sauberes Baumwolltuch (Mulltuch, Küchentuch, Nussmilchbeutel...)
 Schüssel mit kaltem Wasser

Anleitung

Vorbereitung
1

Presse den Saft aus der Zitrone - entweder mithilfe einer Zitruspresse oder (falls nicht vorhanden) von Hand - und stelle ihn für später zur Seite.
Die ausgepresste Zitronenschale musst Du übrigens nicht unbedingt wegwerfen, Du kannst sie auch noch weiterverwenden, z.B. für ein selbstgemachtes Putzmittel!

Bereite auch schon einmal die Utensilien für das Abgießen vor: stelle das Sieb auf den Behälter, in dem Du später die Molke auffangen möchtest und lege das saubere Baumwolltuch hinein.
Fülle außerdem eine Schüssel mit kaltem Wasser und stelle alles beiseite.

Fülle nun die Milch in den Kochtopf und stelle diesen auf den Herd.

Zubereitung
2

Erhitze nun die Milch unter ständigem Rühren so lange, bis sie kurz aufkocht (sie sollte allerdings nicht überkochen!).
Je nachdem, wie kalt die Milch vorher war, kann das eine Weile dauern... lass den Topf aber trotzdem bitte nicht aus den Augen.

3

Nimm den Topf vom Herd, sobald die Milch aufkocht.

Und jetzt wird es spannend...
Gieße langsam unter ständigem Rühren den Zitronensaft in die heiße Milch. Die Milch gerinnt nun, d.h. die festen Bestandteile (aus denen unser zukünftiger Käse besteht) trennen sich von der flüssigen Molke.

4

Stelle den Topf nun zurück auf die heiße Herdplatte und lasse alles bei niedriger Hitze - ohne zu Rühren! - noch ca. 5 Minuten lang weiter vor sich hin köcheln. Schalte nun den Herd aus und lasse den Topf für weitere 10 Minuten ruhen.

5

Jetzt ist Dein Hüttenkäse so weit fertig, dass Du vorsichtig den Inhalt des Topfes durch das Sieb abgießen kannst.
Drücke mithilfe des Tuches den Käse vorsichtig aus (Achtung, heiß!) und tauche das Ganze zum Abschrecken bzw. Waschen in die Schüssel mit dem kalten Wasser.

Anschließend kannst Du noch die restliche Flüssigkeit aus dem Käse herauspressen - je mehr du presst, umso fester wird der Käse.

6

Fülle nun den fertigen Hüttenkäse aus dem Tuch in eine Schüssel um und zerdrücke ihn mit einem Löffel vorsichtig in seine körnigen Bestandteile.

Je nach Geschmack kannst Du auch noch ein wenig Salz, Kräuter und ggf. für etwas mehr Cremigkeit auch noch Joghurt, Quark oder saure Sahne untermischen.

Hüttenkäse – die plastikfreie Alternative

Mein Fazit:

Die Herstellung des körnigen Frischkäses ist wirklich einfach und gelingt bereits beim ersten Versuch. Die Ausbeute aus einem Liter Milch – ca. 200g Hüttenkäse, dafür aber ca. 800ml Molke als „Nebenprodukt“ – ist im Vergleich zum Aufwand allerdings eher überschaubar. Es lohnt sich also, direkt mehrere Liter Milch zu verarbeiten und einen kleinen Vorrat an Käse zu produzieren, also z.B. die Menge für eine Woche, die dann auch problemlos im Kühlschrank aufbewahrt werden kann.

Die übrig bleibende Molke ist voller Nährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe und hochwertiges Eiweiß) und sollte daher möglichst nicht weggeschüttet, sondern anderweitig verwendet werden – beispielsweise zum Backen von Hundekeksen, von Hefegebäck für den Menschen, zum Verzehr im Smoothie o.ä. Wenn Du nicht alles auf einmal brauchen kannst, dann friere die Molke doch einfach ein (z.B. im Eiswürfelbehälter, so lässt sie sich wunderbar portionsweise verwenden); für eine gewisse Zeit kannst Du sie auch im Kühlschrank in einem verschlossenen Behälter aufbewahren.
Da allerdings auch die in der Milch enthaltene Laktose (also der Milchzucker) in der Molke verbleibt, sollte sie für den Hund eher sparsam verwendet werden, damit es nicht zu unerwünschten Durchfällen kommt. Denn wie auch wir Menschen produzieren ausgewachsene Hunde das für die Aufspaltung des Milchzuckers notwendige Enzym Laktase nicht mehr in ausreichender Menge – sie neigen also ebenfalls zur Laktoseintoleranz. 

Das Preisverhältnis zwischen dem selbstgemachten und dem gekauften Erzeugnis ist leider nicht ganz optimal: ein Becher „fertiger“ Bio-Hüttenkäse kostet im Handel ca. 1€; die von mir für das Rezept verwendeten Produkte kommen auf ca. 2,50€ für einen Liter Bio-Milch in der Mehrwegflasche und eine Bio-Zitrone. Die Kosten lassen sich aber noch etwas reduzieren, wenn anstelle der Bio-Zitrone fertiger Zitronensaft aus der Flasche oder alternativ auch Essig bzw. Essigessenz verwendet wird.
Wer seine Priorität auf einen plastikfreien Lebensstil legt, nimmt die zusätzlichen Kosten vielleicht noch eher in Kauf als jemand, der seinen Hund zwar möglichst frisch und gesund ernähren möchte, aber immer auch ein Auge auf den Preis haben muss.

Nichtsdestotrotz ist es gerade in Zeiten wie diesen nie verkehrt, die Lieblings-Lebensmittel im Zweifel einfach selber machen zu können: falls im Supermarkt das Regal mit den Milchprodukten leer“gehamstert“ ist oder man einfach nicht vor die Tür möchte (bzw. nicht kann / nicht darf).

Und natürlich weiß man bei den selbstgemachten Dingen eben auch ganz genau, welche Inhaltsstoffe enthalten sind und welche nicht. Clean feeding“ nach dem DIY-Prinzip, sozusagen…

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