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NACHHALTIGKEITS-TIPP: Das Auto stehen lassen

Etwa 60 Prozent aller Emissionen des EU-weiten Verkehrs werden durch PKW* verursacht!
Möglichst viele Wege bewusst ohne Auto zurückzulegen kann also einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

 

* (Zum Vergleich: selbst Schwerlaster und leichte Nutzfahrzeuge kommen zusammen nur auf einen Anteil von 38%!)

Nach Feierabend fahren wir noch mal schnell für eine schöne Gassirunde in den Wald, am Wochenende zur Hundeschule oder zum Wandern, an Werktagen ins Büro… – es gibt unzählige Anlässe, die unser Auto zum „Doggymobil“ werden lassen.

Bei mir ist das auch so:

Ich kutschiere meine Hunde ebenfalls ins Büro, fahre auf dem Heimweg manchmal einen Schlenker zu einer schönen Gassistrecke, am Wochenende geht es mit ihnen zur Karnickelwiese, in den Wald, zum Wandern… oftmals sind das tatsächlich nur Strecken von wenigen Kilometern. Dafür lohnt es sich manchmal eigentlich gar nicht, den Motor zu starten – aber für einen reinen Fußmarsch (zuzüglich des vor Ort geplanten Spaziergangs) ist es dann eben doch meist zu weit.

Dass ich das Auto als bequemes Hundetransportmittel nicht missen möchte, gebe ich offen zu. Gerade das Leben auf dem Land wird dadurch ungemein vereinfacht: es ist für mich doch schwer vorstellbar, mit zwei Hunden plus meinem üblichen Bürogepäck jeden Tag, morgens und abends, den Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen – je nach Verbindung um die 2 Stunden pro Strecke, von Tür zu Tür. Statt der unschlagbaren 15 Minuten, die ich mit dem Auto von Tür zu Tür benötige…

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Es gibt also durchaus berechtigte Gründe, die FÜR ein „Doggymobil“ sprechen!

Natürlich ist es z.B. auch schön, wenn man hin und wieder zusammen neue Gegenden auf einer schönen Wanderung entdecken kann, die nicht direkt vor der Haustür liegen. Gemeinsame Abenteuer stärken die Mensch-Hund-Beziehung, schenken unsicheren Hunden Selbstbewusstsein und tragen außerdem bei Mensch und Hund zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

Auch hierfür kann sich eine Fahrt mit dem Auto lohnen!

Und dennoch…
…gibt es viele Möglichkeiten, im Alltag mit Hund die Autofahrten zu reduzieren:
    • Auf kürzeren Strecken das Fahrrad nutzen (z.B. mit einem Hundeanhänger, Körbchen für kleine Hunde oder Lastenrad für größere Hunde) oder, insbesondere in der Stadt, auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen
    • Als „Kompensation“ in der hundefreien Zeit auf Autofahrten verzichten (z.B. den Einkauf mit dem Rad oder zu Fuß erledigen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen)
    • Neue Gassistrecken ab der Haustür erschließen (z.B. neue Wege beschreiten, gewohnte Strecken andersherum gehen, Strecken kombinieren oder abwechseln)
    • „Langweilige“ Runden um den Block spannend gestalten (z.B. mit Suchspielen)

CO2-Emissionen durch Verkehr – Hintergründe für Statistik-Fans

Nach den aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes gehen die durch Verkehr bedingten Emissionen übrigens nicht zurück, sie scheinen sogar eher wieder zu steigen.

Mit deutschlandweit 168 Millionen durch Verkehr verursachten Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr 2017 befinden wir uns inzwischen wieder auf dem gleichen Niveau wie in 2004 (169 Mio. Tonnen) – und das, obwohl wir in 2009 schon einmal auf einem Tiefstwert von „nur“ 153 Millionen Tonnen angekommen waren!

Der Gesamtanteil des Verkehrs an den energiebedingten* Emissionen Deutschlands liegt bei etwa 20%. Mehr verursacht nur die Energiewirtschaft (etwa 50%)…

*[Neben den energiebedingten Emissionen gibt es auch noch prozessbedingte Emissionen, die im Rahmen chemischer Reaktionen bei bestimmten Produktionsprozessen freigesetzt werden (z.B. Herstellung von Aluminium, Zementklinker, Kalk, Glas, Calciumkarbid, Ammoniak, Soda und Ruß).]

Die durchschnittliche Emission für einen Personenkilometer, der mit dem PKW zurückgelegt wird, liegt bei 140g CO2-Äquivalent – wer den Nahverkehr nutzt, muss dagegen mit 65-75g CO2 nur etwa die Hälfte verantworten.

Wer mit dem Fahrrad fährt oder zu Fuß geht, ist dagegen komplett klimaneutral unterwegs!

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Ein Kommentar

  • Chris

    Das Problem mit dem Arbeitsweg habe ich genauso mit dem Auto brauch ich 10 Minuten mit den Öffentlichen fast eine Stunde. Was ich allerdings sehr komisch finde ist das selbst zu Coronazeiten die Feinstaubwerte in Stuttgart nicht eingehalten werden. Auf den Strassen sind kaum Autos, die Industrie produziert wenig bis gar nichts. Liegt das jetzt am Reifenabrieb der ganzen Fahrräder die man in Stuttgart mehr sieht als Autos zur Zeit?

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