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Rote Bete – ein regionales Superfood

Rote Bete - ein regionales Superfood, auch für den Hund

Was die runde, rote Wurzel mit dem erdigen Geschmack so alles kann – außer Dinge hartnäckig einzufärben…

Seit meiner Kindheit kannte ich Rote Bete nur als etwas, das man vorgekocht in Plastikfolie kauft, in Scheiben schneidet und mit Essig, Öl und Zwiebeln als Salat serviert (was, ehrlich gesagt, nie so ganz mein Fall war…).
Dass die leckeren roten Kugeln eigentlich Wurzelgemüse wie Karotten sind und dass man sie sogar auch roh erwerben kann, um sie selber zu kochen – oder roh zu verzehren – erfuhr ich erst viele Jahre später.
Als ich sie das erste Mal frisch zubereitete, machte mir das nicht sonderlich viel Spaß: es hieß, man solle die ganzen Knollen ca. eine halbe Stunde bis Stunde lang in Wasser kochen, abkühlen lassen und anschließend schälen.

Und die Haut vorher bloß nicht verletzen, weil sie dann „ausbluten“ würden!


Was für ein unfassbarer Zeit- und Energieaufwand, nur um anschließend ein paar glibberige rote Knollen zu haben, die längst nicht so geschmacksintensiv waren wie das, was man sonst in Plastikfolie bekommt. Die ganze Aktion überzeugte mich nicht, was also schließlich dazu führte, dass das Lebensmittel Rote Bete für eine lange Zeit nicht mehr auf meinem Speiseplan auftauchte (oder nur noch ganz selten mal in der vakuumierten Form). 

Rote Bete und ich: die Versöhnung

Erst der Einzug von Frau Hund (Aida) brachte mich der roten Knolle wieder näher, war sie doch in vielen Trockengemüse-Fertigmischungen enthalten. Eingeweichtes Rote-Bete-Granulat peppte von da an regelmäßig Madames abendliche Nassfuttermahlzeiten auf.
 
Meine eigene Umstellung hin zu einer möglichst cleanen, saisonalen und regionalen Ernährung tat schließlich ihr Übriges zu meiner Wiedervereinigung mit der unscheinbaren Bete.
Kombiniert mit Ziegenkäse in einer Quiche, als Ofengemüse in Gesellschaft von Kartoffeln und Karotten oder im Curry: die Rote Bete kehrte zurück in meine Küche – und zwar tatsächlich in der frischen, plastikfreien Variante.
Sie wird von mir auch nur noch einfach mit Schale in die gewünschte Form geschnitten – so wie eben jedes andere Gemüse auch – und fertig.
Aufwändiges Vorkochen mit Blutungsgefahr habe ich längst für überflüssig erklärt. 
 
Ein Leben ohne Rote Bete kann ich mir heute gar nicht mehr vorstellen! Unsere Freundschaft geht sogar so weit, dass ich sie auch schon in meinem eigenen Garten angepflanzt habe. 

Die rote Knolle als regional-saisonales Superfood

Jetzt im September hat die heimische Rote-Bete-Erntesaison gerade begonnen, und die runde Wurzel wird uns noch den ganzen Winter über (bis etwa März) im Gemüseregal erhalten bleiben.
Statt in Form von Gemüsepellets kann sie in dieser Zeit also auch in frischer Form äußerst kostengünstig den Hundenapf bereichern!
 
Achte beim Einkauf möglichst auf Bio-Qualität und kaufe eher kleinere Rübchen – die sind nämlich zarter und – sofern Du sie nicht roh füttern willst – schneller gar. Außerdem sind sie in der Regel weniger mit Schadstoffen (Pestizide, Schwermetalle, Nitrat) belastet als größere Beten, die eine längere Zeit auf dem Feld verbringen mussten.
 
Gut fürs Klima
Rote Bete hat – wie für regionales Gemüse üblich – übrigens auch eine äußerst positive Klimabilanz: ein Kilo der roten Kugeln verursacht eine Emission von ca. 0,32 Kilo CO2 – das entspricht ungefähr 2 Kilometern Autofahrt.

Die Rote Bete und was sie für den Körper tun kann

Wie alle dunklen (grünen, orangefarbenen und roten) Obst- und Gemüsesorten gilt auch die Rote Bete mit ihrer intensiven Rotfärbung als blutbildend und antioxidativ.
Ihr wird eine immunstärkende und leberreinigende Wirkung nachgesagt; auch dem Verdauungssystem tut sie aufgrund ihrer entgiftenden und verdauungsregulierenden Eigenschaften sehr gut. Für diese ist – neben der roten Farbe – das in der Roten Bete enthaltene Betanin verantwortlich: ein sekundärer Pflanzenstoff, der auf Leber und Galle anregend wirkt und ganz nebenbei auch noch eine leicht stimmungsaufhellende Eigenschaft hat (Förderung der Serotoninausschüttung).
Die in der Knolle enthaltene Folsäure schützt außerdem die Zellen und hilft bei der Bildung neuer Blutzellen.
Vitamine und Mineralstoffe

Neben der bereits erwähnten Folsäure (Vitamin B9) enthält Rote Bete auch noch weitere B-Vitamine, Vitamin C sowie Beta-Carotin (das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird). Sie verfügt über einen für pflanzliche Lebensmittel vergleichsweise hohen Gehalt an Eisen und liefert außerdem u.a. auch noch die wichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente Magnesium, Kalium, Natrium, Zink, Mangan und Selen.

Fütterung von Roter Bete bitte nur mit Bedacht!

Trotz ihrer vielen positiven Effekte sollte die Rote Bete aufgrund ihres hohen Gehaltes an Oxalat nur in kleineren Mengen verfüttert werden. 

Dies gilt insbesondere bei Hunden, die zur Bildung von Nierensteinen neigen. Oft wird auch empfohlen, Rote Bete zusammen mit einer Calciumquelle (z.B. Eierschale oder ein Milchprodukt wie Hüttenkäse) zu füttern. Denn das Calcium bindet sich im Darm an das Oxalat und macht dieses dadurch unschädlich – es wird dann nicht bzw. nur in verringerter Menge vom Körper aufgenommen und als Calciumoxalat über den Darm direkt wieder ausgeschieden.

Möglichkeiten, wie Du die Rote Bete Deinem Hund füttern kannst

  • Gemüseflocken oder Pellets, die Du eingeweicht unter das Nassfutter mischst.
  • Roh: Püriert als Smoothie oder gerieben im Gemüseanteil des Futters. Auch die ebenfalls nährstoffreichen Blätter können mit verfüttert werden! Meine Wutzis knabbern die Rote Bete übrigens gerne auch mal – wie Karotten – einfach pur als kleinen Snack zwischendurch.
  • Gegart: Gedünstet oder dampfgegart, auch in Kombination mit anderem (Wurzel-)Gemüse, als Ofengemüse in Stücken oder nach dem Garen püriert. Doch Vorsicht: durch zu langes Kochen geht die wertvolle Folsäure verloren.
  • Fermentiert als nährstoffreiches Probiotikum im Gemüseanteil des Futters.
  • In pürierter oder pulverisierter Form als Bestandteil von selbstgebackenen Keksen.

Ein nicht unwichtiges Detail zum Schluss

Wenn Du Deinem Hund Rote Bete fütterst, wird sich sehr wahrscheinlich sein Kot dunkel (rot bis schwarz) verfärben – und auch der Urin bekommt nach dem Verzehr durch das Betanin eine leichte Rotfärbung.
Dies ist natürlich kein Anlass zur Sorge, aber gut zu wissen – wie oft habe ich doch selbst auch schon einen Schreck bekommen, wenn Paco das Bein hob und ein rötlicher Strahl auf dem Gebüsch landete… kurz darüber nachgedacht, was es bei uns zuletzt zu essen gab, hat sich dieser Schreck aber meist schnell wieder gelegt.

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