Konsum,  Nachhaltigkeit,  Ökologischer Pfotenabdruck

Nachhaltiges Hundehalsband im Test: sind wir nicht alle ein bisschen HundeNerd?

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Im Test: Das Halsband von HundeNerd

Was macht ein ganz normales Halsband zu einem nachhaltigen Produkt?

Wir durften das Halsband von HundeNerd testen und haben uns dabei genau diese Frage einmal etwas genauer angeschaut.

Kurz vorweg: wer oder was ist HundeNerd?

Hinter dem kleinen, aufstrebenden Label steckt die Künstlerin Pedi Matthies – zusätzlich zum Anspruch, perfekt an die Anatomie des Hundes angepasste Produkte zu entwickeln, hat sie sich der Nachhaltigkeit verschrieben. 
Neben dem von uns getesteten Halsband gibt es von HundeNerd auch noch ein ergonomisches Brustgeschirr, Leinen, EM-Anti-Zeckenketten und ein Seilspielzeug zum Selberknoten.
 

Muss „nachhaltig“ auch immer gleich „öko“ bedeuten?

Wenn wir an nachhaltiges Hundezubehör denken, dann kommen uns vermutlich zunächst einmal Zerrspielzeuge aus Hanf, Baumwollhalsbänder, aus Stoffresten selbst gemachte Spielzeuge & Co. in den Sinn – also möglichst biologisch abbaubare oder müllreduzierende Dinge, die sich quasi binnen kürzester Zeit in Luft auflösen können, sollten sie einmal nicht mehr gebraucht werden.
 
Und ich gebe zu: als ich das erste Mal über die HundeNerd-Produkte stolperte, fragte ich mich auch, was denn daran jetzt nachhaltig sein sollte. Sie bestehen doch schließlich aus einem synthetischen Material und die Verschlüsse sind aus Kunststoff – klingt jetzt nicht unbedingt nach der Fähigkeit, sich in Luft auflösen zu können…
 
Doch wie so oft hilft es, die Dinge von zwei Seiten zu betrachten.
Denn: Nachhaltigkeit bedeutet schließlich auch „umweltfreundliche Produktion“ sowie – gemäß Nachhaltigkeitsziel Nr. 8 auf der Agenda 2030 – „menschenwürdige Arbeitsbedingungen und fairer Handel“.
Im Sinne eines nachhaltigen Konsums spielt außerdem die Langlebigkeit eines Produktes eine Rolle. Wenn ich etwas nur einmal im (Hunde-)Leben anschaffen muss, dann ist das nachhaltiger als wenn ich es aufgrund von minderwertiger Qualität alle zwei Jahre oder sogar häufiger ersetzen muss. 
 
Wenn wir es so betrachten, dann können wir in puncto Nachhaltigkeit nun also doch unser Häkchen machen: die HundeNerd-Produkte werden beim Kletterausrüster Edelrid im Allgäu und in Vietnam (unter Fairwear-Bedingungen) produziert; die Materialien sind zudem bluesign®-zertifiziert und erfüllen somit höchste Qualitätsstandards. Mit diesem Label gekennzeichnete Textilwaren müssen besondere Kriterien im Hinblick auf enthaltene Schadstoffe und auf die Umweltbelastung bei der Herstellung erfüllen.
„Durch seinen auf Input Stream Management basierenden ganzheitlichen Denkansatz reduziert das bluesign® system die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, gewährleistet den verantwortungsbewussten Einsatz von Ressourcen und garantiert den höchstmöglichen Grad an Verbraucherschutz.“
Einzig der Waren-Transportweg von Vietnam nach Deutschland ließe sich noch bemängeln, doch für diesen gibt es wohl zugunsten der Produktqualität derzeit (noch) keine Alternative. 
Da bei Hundenerd aber ansonsten wirklich ganzheitlich auf einen nachhaltigen Lebensstil geachtet wird (Geschäftsreisen werden durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten kompensiert, es wird Ökostrom verwendet, man ernährt sich und die Hunde klimabewusst usw.), kann man in diesem Punkt wohl mal ein Auge zudrücken.
 

Der erste Eindruck

Das Test-Halsband kommt absolut nachhaltig bei mir an: in wiederverwendetem Verpackungsmaterial und mit einer klimaneutral gedruckten Grußkarte. Verpackt ist es in einem kleinen grünen Zugband-Säckchen, das gleichzeitig auch als Waschbeutel dient (wobei die Hunde es wohl lieber zum Spielzeug umfunktionieren würden…).
Wer Plastikfolie haben will, wird bei HundeNerd vergeblich danach suchen – das einzige Plastikteil an der Verpackung ist der Nylonfaden, mit dem die dazugehörige Anleitung angeheftet ist. Erst bin ich etwas irritiert, weil am Halsband die Anleitung für die Geschirr-Anpassung hängt – auf Nachfrage erklärt Pedi mir dann, dass sie eigentlich nur für den Schritt des „Gurtbandende-mit-Clip-Verschließens“ beigefügt wird. Meiner Meinung nach wäre das gar nicht unbedingt nötig, denn das Halsband ist doch ziemlich selbsterklärend.

Wer trotzdem noch etwas Hilfe beim Anpassen des Halsbandes benötigt, der wird garantiert auf dem YouTube-Kanal von HundeNerd fündig: dort gibt es zahlreiche Tutorials rund um die Anpassung von Halsband und Geschirr – und außerdem auch noch jede Menge Infos rund um die nachhaltige Hundehaltung.

Soviel also zur Theorie – was kann denn nun das HundeNerd-Halsband im Praxistest?

Bei zwei vorhandenen Hunden muss das Halsband bei uns natürlich gleich einen doppelten Praxistest durchlaufen.
 
Fina neigt dazu, an der Leine zu zerren oder auch schon einmal impulsiv und unangekündigt in diese hineinzuspringen – insbesondere in der Gegenwart von jeglichem Getier wie Mäusen, Kaninchen, Feldhasen, Katzen & Co. Und da 90 Prozent unserer Umgebung von diesen Mitgeschöpfen besiedelt sind, kommt das durchaus schon einmal häufiger vor. Für sie ist es daher besonders wichtig, dass ein Halsband möglichst breit und gut gepolstert ist, so dass es den Druck auf ihren zarten Podenco-Hals weitestgehend abfängt.
 
Paco hat ähnliche Jagdtendenzen, die sich aber etwas mehr in Grenzen halten. Er kontrolliert sich in solchen Situation meist ganz gut mit Hinsetzen oder Stehenbleiben – den Sprung nach vorne in die Leine gibt es bei ihm nur bei spontanen Begegnungen mit davonlaufenden Katzen. Ein ganz anderes Thema sind für ihn dagegen Hundebegegnungen. Wenn die unerwartet stattfinden (z.B.: fremder Hund kommt um eine nicht einsehbare Ecke) oder wenn wir nicht rechtzeitig ausweichen können, dann hängt der 20-Kilo-Terrier schon mal zähnefletschend auf zwei Beinen in der Leine. Ein Halsband für Paco muss also vor allem robust genug sein, um seine spontan explodierenden Kräfte verlässlich auszuhalten und es muss so gut sitzen, dass es keinesfalls abrutscht. Denn auch mir muss es in solchen  Situationen die nötige Sicherheit geben. 
 
Wir testen die Größe „HomeBro“, bei der das Gurtband 2cm breit ist und die sich laut Herstellerangaben für Hunde von 8 bis 28 Kilo eignet.
 
Da sich die „Kragenweite“ stufenlos verstellen lässt, ist es überhaupt kein Problem, das Halsband während der Testzeit immer mal wieder auf den jeweils anderen Hund anzupassen (die Zwillinge liegen hier ca. 4-5cm auseinander).
 
Die erste „Inbetriebnahme“ des Halsbandes ist denkbar einfach: die später benötigte Länge wird entweder mit einem Maßband oder auch direkt am Hundehals abgemessen, das Gurtband entsprechend gekürzt und mit Gummischlaufen fixiert – zuletzt positioniert man nur noch den Aluring direkt gegenüber der sogenannten „Bohne“. Fertig. 
Der Zug wird somit immer durch das weiche Polster abgefangen und auf eine möglichst große Fläche verteilt. 
Bisher trugen Fina und Paco die breitesten und am besten gepolsterten Halsbänder, die ich im „normalen“ Fachhandel bekommen konnte. Und siehe da: das Hundenerd-Halsband ist sogar noch ein wenig breiter als diese! An Finas zartem Elfenhals hat es etwas von einem Windhund-Halsband – eben bloß in der sportlicheren Ausführung. 
 
Abmessen am lebenden Objekt
Zuschneiden
Altes Halsband vs. HundeNerd

 

Der Praxistest

Als erste Testerin geht Fina an den Start.
Erst fürchte ich, dass das Halsband für sie etwas zu sperrig sein könnte – im Nachhinein ist die Breite für ihren schmalen Hals aber wirklich ideal. Positiv wirkt sich auch das Tragegefühl aus: das HundeNerd-Halsband ist nach der Anpassung mit gerade einmal 40 Gramm ein absolutes Leichtgewicht und daher für Frau Zwerg sicherlich um einiges angenehmer zu tragen als das „herkömmliche“ Halsband, das stolze 95 Gramm auf die Waage bringt.
Der erste reflexartige, unangekündigte Mäuselsprung am Wegesrand lässt auch mit dem neuen Halsband nicht lange auf sich warten – natürlich hält es Stand. Und ich habe direkt den Eindruck, dass der Ruck für Madame irgendwie etwas weniger unangenehm ist als sonst.
Auch beim späteren Stadtspaziergang ermöglicht das Halsband eine vergleichbar gute Führung an der Leine. 
 
Ein bisschen Muffensausen habe ich zugegebenermaßen schon, als ich den Testkelch an Paco weiterreiche.
Wirkte das neue Halsband an Fina zunächst noch größer als ihr altes, so ist es bei Paco genau umgekehrt: schmaleres Gurtband, geringeres Gewicht, insgesamt weniger Fläche am Hals. Doch ich nehme allen Mut zusammen und vertraue einfach darauf, dass die Qualität des Materials schon halten wird, was sie verspricht.
Dem Hundegott sei Dank wird uns die Begegnung mit fremden Hunden beim ersten Testlauf erspart… im Gegenzug dafür treffen wir aber: mehrere Katzen und einen davonrennenden Feldhasen. Auslöser genug also für einen fletschenden (Katze) und zerrenden (Hase) Riesenterrier – und für Erleichterung und Freude bei mir: das Ding hält bombenfest! Auch der stufenlos anpassbare Gurt verstellt sich nicht bei Zug.
 

Prädikat: definitiv wutzeltauglich!

Trotz des minimalistenschen Designs tut das Halsband im Alltagseinsatz genau das, was es soll: es bremst den Hund in ungestümen Situationen so sanft wie nur irgendwie möglich, vermittelt ihm eine gute Ansprache über die Leine und nimmt sich so gut es kann zurück, wenn der Hund sich im Freilauf befindet (bzw. wenn er, wie in unserem Fall, mit Schlepp- oder Flexileine am zusätzlichen Geschirr hängt).
Durch den Schnappverschluss ist es ratzfatz am Hund angebracht, die Leine ist ebenfalls schnell eingeklickt – und als weiteres Plus in Sachen Funktionalität gibt es auch noch eine Schlaufe zum klimperfreien (!) Anbringen der Hundemarke.
Ein von vorne bis hinten zu Ende durchdachtes Produkt also!
 
Wir werden es auch in Zukunft gerne weiter nutzen, wohl hauptsächlich für Fina, weil bei ihr die Verbesserung zum bisherigen Halsband deutlicher ist als bei Paco. (Und weil ich bei ihm langfristig vielleicht doch eher auf eine Nummer größer ausweichen würde, einfach nur, um mein Gefühl zu beruhigen…)
 
Und sollte irgendwann einmal wieder die Anschaffung neuer Geschirre notwendig werden, dann werden das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch HundeNerds! Denn die hochwertige Qualität, die tolle Passform und natürlich der dahinter steckende ökologische Gedanke hat mich auf ganzer Linie überzeugt.
 

TIPP ZUM SCHLUSS

Das abgeschnittene Ende vom Gurtband muss nicht weggeworfen werden!
Für dieses findest Du sicherlich noch die eine oder andere Upcycling-Idee – Du könntest es zum Beispiel als Handschlaufe für einen selbstgenähten Dummy oder für ein Spielzeug verwenden…

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