Achtsamkeit,  Fastenzeit,  Minimalismus

Hunde und der Minimalismus – warum wir uns von unseren Vierbeinern eine Scheibe abschneiden können

Hunde sind die geborenen Minimalisten!
Sie leben uns vor, wovon wir nicht einmal zu träumen wagen.
Hören wir ihnen doch einfach mal zu…

Alles, was sie zum Schutz gegen Wind und Wetter benötigen, tragen sie von Geburt an am Leib (von der einen oder anderen speziellen Rasse vielleicht einmal abgesehen).
Zum Leben benötigen Sie nicht viel mehr als Luft, Licht, Wasser und ein paar Reste vom Essen der Menschen. Dazu noch den einen oder anderen Sozialpartner – egal ob Hund, Katze oder Mensch – und ein ruhiges Plätzchen zum Schlafen, vielleicht im Schatten unter einem schönen Busch.

Fertig, mehr braucht es nicht für das Basic-Hundeleben!

Dann kommt der Mensch daher und überlegt sich, was er seinem Hund alles an „Dingen“ überhäufen könnte:

  • Halsband und Leine, möglichst in mehrfacher Ausfertigung
  • Pullover und Mäntelchen
  • Betten und Decken
  • Spielzeuge aller Art
  • Erziehungshilfsmittel
  • Trainingsgegenstände

Manches Zubehör ist tatsächlich unabdingbar

Natürlich ist die eine oder andere Sache sicherlich sinnvoll, insbesondere im Hinblick darauf, dass der Hund sich nun mal in unserer menschlich geprägten Umwelt bewegen muss.

Halsband und Leine beispielsweise sind für den Gang in die Stadt unbedingt anzuraten, und auch gegen ein kuschelig eingerichtetes Hundekörbchen in der Wohnung ist nichts einzuwenden – zumal dann auch die Büsche im Garten nicht unnötig unterhöhlt werden.

Aber es stellt sich eben doch auch immer die Frage nach einem gesunden, sinnvollen Maß.

Muss ich die neue Leine wirklich kaufen, bloß weil die Farbe besonders gut mit der Fell-Nuance meines Hundes harmoniert, noch besser als die zehn anderen, die ich bereits besitze?
Und was ist mit dem Pullover – friert mein Hund wirklich, oder muss er den vielleicht nur tragen, weil ich den so unglaublich hübsch finde?

 

Spielen mit dem, was die Natur zu bieten hat

Der Hund stammt vom Wolf ab, und selbst Jahrtausende der Domestikation haben nichts daran geändert, dass er immer noch ein Wesen der Natur ist:
Sobald man ihn in seine natürliche Umgebung stellt (einen alten, wilden Wald beispielsweise), kann man diese uralte und innige Verbindung ganz deutlich spüren, sie beinahe mit Händen greifen.
Und das gilt wohlgemerkt für Mops, Chihuahua, Retriever und Husky gleichermaßen!

Wenn Wölfe Spaß haben wollen, dann schnappen sie sich einen vergammelten Fellfetzen vom Reh, das sie letzte Woche erst erlegt haben, werfen ihn in die Luft und zergeln damit. Wenn ihnen der Sinn danach steht, suchen sie den nächstgelegenen Hügel auf und starten eine wilde Rutschpartie. Sie spielen Fangen und tragen Scheinkämpfe aus.

Sie nehmen das, was ihre Umwelt ihnen zur Verfügung stellt und gehen völlig darin auf.

Bei meinen Hunden beobachte ich immer wieder, dass ihnen ausgerechnet jene „Spielzeuge“ am meisten Spaß bereiten, die sie sich selbst – für diesen einen kurzen Moment – ausgesucht haben.
Je nach Tagesform kann das ein dürrer Ast sein, ein vertrocknetes Blatt, ein Stück Eis oder eine aus dem Gartenteich geangelte Wasserpflanze…

Wir Menschen hingegen meinen, wir müssten ihnen ein besonders tolles, quietschbuntes (und vielleicht sogar tatsächlich quietschendes!) Gummiteil „made in China“ präsentieren, das in kürzester Zeit sowieso in seine Einzelteile zerlegt sein wird.

Ist das wirklich im Sinne des Hundes?

Klar, „Hund“ findet so ein Gummispieli auch spannend – aber er braucht es eben nicht unbedingt.
Jedoch ist es bombenfest in unseren menschlichen Köpfen verankert, dass er solche Dinge zum Leben benötigt.

Der allgegenwärtige Einfluss von Werbung

Kein Wunder – in unserer modernen (Konsum)-Gesellschaft sind wir ständig irgendwelchen Werbereizen ausgesetzt.

Sei es durch die offensichtliche Werbung im Radio, im Fernsehen oder auf Plakatwänden, in den Werbeprospekten der uns unverlangt zugestellten Wochenzeitung – oder auch in Form von unzähligen Newslettern, die jeden Tag in unserem Postfach landen. Das Internet ist ebenfalls voll mit Werbebannern, die uns von einem verheißungsvollen Angebot zum nächsten schicken wollen – und auch in den sozialen Netzwerken stolpern wir ständig über Werbung.

Fakt ist: Werbung ist überall!

Daher ist es auch so gut wie unmöglich, dass nicht der eine oder andere Kaufwunsch in uns geweckt wird. Und es gibt keinen Grund, deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben!

Schließlich hat sich ein ganzer Berufszweig darauf spezialisiert, uns von Kindesbeinen an möglichst erfolgreich in Versuchung zu führen: die Werbebranche.

Die „Werbepsychologie“ als Teilgebiet der angewandten Psychologie hat sich darauf spezialisiert, die Wirkung von Werbung auf uns Konsumenten zu erforschen. Und die eine oder andere Methode dürfte uns Hundebesitzern eigentlich gar nicht so fremd sein – wird doch hier viel mit emotionaler und operanter Konditionierung gearbeitet!

(Ja, genau: das sind jene aus der Lerntheorie abgeleiteten Techniken, die auch in der Arbeit mit unseren Hunden besonders erfolgversprechend sind…)

Ein klassisches Beispiel, wie Werbung auf uns wirkt, ist das AIDA-Modell – dem einen oder anderen von uns ist es vielleicht noch aus der Schulzeit geläufig; für mich ist es allein schon aufgrund seines Namens (wenngleich natürlich nicht ausschließlich deshalb…) ein besonders schönes Beispiel dafür, wie Werbung funktioniert:

A -TTENTION – Aufmerksamkeit erregen
I -NTEREST – Interesse wecken
D -ESIRE – Verlangen hervorrufen
A -CTION – Vollzug des Kaufakts

Hundemessen – Tempel des Konsums

Auch die Hundebranche ist längt auf den „Konsum-Zug“ aufgesprungen. Dies wird mir immer besonders auf (großen) Hundemessen bewusst.

Ein Aussteller neben dem anderen präsentiert vermeintlich unentbehrliche Produkte für unsere Hunde – darunter viele Billigprodukte, der Großteil davon aus synthetischen Materialien, alles in Plastik verpackt. Die absolute Reizüberflutung! Völlig verständlich also, dass man sich aus dieser Masse dann einfach schnell ein, zwei Dinge herauspicken und diese wie kostbare Schätze nach Hause tragen möchte.

Ist das wirklich noch im Interesse des Hundes?
Des Wesens, das mit einem schrumpeligen Blatt so glücklich sein kann?
Wäre es nicht viel schöner, sich auf ein paar grundlegende Gegenstände für den Hund zu beschränken und diese dann täglich im Einsatz zu haben?

Genau das macht doch einen minimalistischen Lebensstil aus:
Fokus auf das Wesentliche.

Mit einigen wenigen wesentlichen Dingen gehen wir nämlich achtsam um – während zu viele unnütze Dinge, die uns umgeben, ständig an unserer Energie saugen.

TRICKS, MIT DENEN DU DICH VON ÜBERFLÜSSIGEM KONSUM LÖSEN KANNST:

  • Bummeln & Stöbern vermeiden (das gilt auch für das Stöbern im Internet!)
  • Einen bestehenden Kaufwunsch nicht sofort umsetzen, sondern erst einmal gründlich überdenken („drüber schlafen“ oder 24 Stunden sacken lassen) – wenn der Wunsch dann immer noch besteht: überlege Dir gut, ob die Anschaffung für Deinen Hund wirklich sinnvoll ist – oder möchtest Du sie bloß für Dich selbst haben?
  • Eine Wunschliste anlegen und in unregelmäßigen Abständen immer wieder einmal drauf schauen – vielleicht hat sich der Wunsch nach einer kurzen Zeit ja schon in Luft aufgelöst?
  • Werde Dir bewusst über die Möglichkeit, dass ein vorhandener Kaufwunsch Dir vielleicht bloß suggeriert wurde und dass Du evtl. manipuliert worden bist
  • Aus Newslettern austragen
  • Werbeprospekte per Aufkleber am Briefkasten „abbestellen“
7 Stufen des nachhaltigen Konsums | ©smarticular.net

Einige Dinge kannst Du vermutlich sogar mit wenigen Handgriffen selber herstellen oder vielleicht auch gebraucht erwerben. Und wie wäre es, etwas Altes einfach mal zu reparieren, anstatt es wegzuwerfen?

Das A und O beim nachhaltigen Konsum besteht darin, eine bewusste, gut durchdachte Kaufentscheidung zu treffen – und Spontankäufe zu vermeiden!

Denn – auch, wenn es sich in dem Moment vielleicht so toll anfühlt: das Glücksgefühl im Moment des Kaufes ist nur von kurzer Dauer.
Es wird uns zwar so suggeriert, aber: Glück kann man mit Geld nicht kaufen!

Und auch nicht die Liebe unseres Hundes.

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